13 | 11 | 2019

Stellungnahme er Räte aus Kehrig zur Bistumsreform

Liebe Pfarrangehörige!

Sie wissen sicherlich schon aus diversen Verlautbarungen und Berichten in den Medien, dass unser Bistum gerade dabei ist, eine große Reform der Pfarrgemeinden umzusetzen. Das bedeutet ganz konkret, dass wir ab Januar 2020 zu der Großpfarrei Mayen gehören werden, wie auch 22 andere Pfarreien von Wanderath bis Mendig und Rieden bis Kehrig. Das Hauptargument von Trier ist: Wir müssen uns der Realität stellen, dass es immer weniger Priester gibt! Nun löst man das aber nicht dadurch, dass man den Mangel verwaltet.

Aber, das ist nicht unsere einzige Sorge. Vielmehr nimmt man diese Neuordnung der Gemeinden zum Anlass, eine umfassende Verwaltungsreform umzusetzen. Langjährige Erfahrungen und großes Engagement der ehrenamtlich Agierenden vor Ort werden über Bord geworfen, um alles zentral „unter einen Hut“ zu bringen. Die Vermögen der einzelnen Kirchengemeinden werden dabei an die neue Großpfarrei übertragen, weshalb einige Pfarreien in ihren Stellungnahmen von „Enteignung“ sprechen. Fest steht: Die Entfremdung der Gläubigen mit der Institution Kirche wird rapide zunehmen.

Wir, Ihr Verwaltungs- und Pfarrgemeinderat der katholischen Kirchengemeinde St. Kastor und Katharina, haben uns frühzeitig gegen diese Reform in der jetzigen Form ausgesprochen.

  • Bereits 2017 haben wir uns der Prümer Initiative „Kirche vor Ort“ angeschlossen. Dort haben sich viele Gemeinden aus dem Bistum mit gleicher Auffassung wie wir gefunden, um gegen die Reform zu kämpfen. Bitte schauen Sie Sie sich dazu den Zeitungsartikel und Verlautbarung der Initiative an.
  • Im Mai 2019 haben wir im Rahmen der Anhörung gegenüber dem Bistum uns offiziell positioniert: Der Tenor war, wir lehnen die Reform vollumfänglich ab. Auch diese Stellungnahme hängen wir mit diesem Schreiben aus.

Wenn wir den Angaben der Initiative Glauben schenken dürfen, ist dieser Auffassung sogar die Mehrheit der Pfarreien im Bistum. Gebracht hat es gleichwohl nur wenig. Trier scheint die Meinung der Basis nicht zu interessieren, wir haben weder eine Rückantwort bekommen, noch haben die Bedenken sich in entscheidender Form korrigierend in dem Reformplan niedergeschlagen. Das Bistum lässt sich auf seinem Weg durch nichts beirren.

Das heißt nun konkret, wir verlieren unsere derzeitigen Mandate und Aufgaben in den nächsten Wochen. Man lädt uns lediglich ein, sich in den neuen Gremien zu engagieren und als „Handlanger“ vor Ort weiter zu arbeiten. Z.B. wird es zukünftig einen sogenannten „Rat der Pfarreien“ geben, der neue zentrale Verwaltungsrat, in dem etwa zehn Mitglieder tatsächlich aus den einzelnen Pfarreien entsendet werden können. Bei 23 Pfarreien ist es dabei aber unmöglich, dass jede Pfarrei repräsentiert wird. Eine der vielen Unmöglichkeiten dieser „Reform“.

Wir sind uns deshalb einig, dass wir dies nicht mittragen wollen, weil es gegen unsere Überzeugung ist, und stellen deshalb unsere Arbeit zum Ende des Jahres ein. Mit unserem Ausscheiden möchten wir ein letztes Zeichen setzen, dass wir gegen die Reform in der jetzigen Form sind.

Das heißt natürlich nicht, dass sich der eine oder andere nicht auch weiterhin kirchlich engagieren wird, unser Glaube an Christus Jesus, unseren Herrn, bleibt davon ja unberührt. Es ist uns aber wichtig, ein Zeichen zu setzen:
„Liebe für die Reform im Bistum Verantwortliche, ihr seid auf dem falschen Weg!“

Sprechen Sie uns gerne an, wenn Sie Fragen haben. Und, wir wünschen Ihnen, dass Gottes Segen Sie auf all Ihren Wegen begleiten möge.

Herzlichst grüßen Sie Ihre Ratsmitglieder,

Für den Verwaltungsrat: Bernd Kolligs, Martin Barth, Klaus Simonis und Elmar Michels

Für den Pfarrgemeinderat: Mechthild Schwall, Richard Krechel, Alexandra Riebesell, Andrea Kanzinger, Anna Breitbach, Christiane Schmitz