12 | 04 | 2021

Verabschiedung Dechant Veit in Herz Jesu

Lieber Dechant Veit,

In der digitalen Welt hieß das jetzt Verabschiedung 2.0.

Vor gut einem Jahr planten wir Ihre Verabschiedung. Die Einladungen waren druckreif, die Einladungsliste und die Liste der Redner stand fest. Das Fest war geplant. Dann kam alles ganz anders. Jetzt stehen wir beide hier, in einer fast leeren Kirche, wo wir eigentlich nicht mehr stehen sollten. Sie sind seit 3 Tagen nicht mehr Pfarrer in Herz Jesu und ich seit drei Tagen nicht mehr Vorsitzender des Pfarrgemeinderates. Trotzdem wurde ich vom Pfarrgemeinderat und Verwaltungsrat gebeten, bei Ihrer Verabschiedung den Dank der Pfarrei zu überbringen, was ich gerne übernommen habe.

Denken wir an den 1. Mai 2008 zurück. Wir bekamen einen neuen Pastor. Schon in Ihrem ersten Gottesdienst bei uns haben wir gesehen, dass da ein ganz anderer Priestertyp am Altar stand.

Sie haben mit Ihrem Bekenntnis zum neuen Wohn- und Dienstort die Mayener direkt überzeugt.

In diesem Gottesdienst haben Sie sich ein Ziel gesetzt. „Ich möchte die Pfarreiengemeinschaft enger miteinander verknüpfen und auch mehr mit den beiden anderen Pfarreiengemeinschaften der Stadt zusammenarbeiten“, sagten Sie damals.

Die organisatorische Erfüllung dieses Ziels ging dann Schlag auf Schlag. In weniger als 1 ½ Jahren war aus den 3 damaligen Pfarreiengemeinschaften eine geworden.
Unseren Pastor mussten wir nun mit 7000 weiteren Christen teilen.

Lieber Herr Dechant Veit, in Ihren Jahren hier haben Sie mit Beharrlichkeit Ihr am Anfang gesetzten Ziel verfolgt, die Pfarreiengemeinschaft Mayen zu einer wirklichen Gemeinschaft werden zu lassen. Wir konnten das immer wieder sehen. In den Räten, beim gemeinsames Pfarreienfest, der Neugestaltung Fronleichnamsprozession und bei vielem mehr.

Dieses Zusammenwachsen war und ist nicht einfach, sind die Pfarreien doch aus historischen und geographischen Gründen sehr unterschiedlich.

Mit Ihrem Tun und Wirken haben Sie ein unverwechselbares Profil gezeigt, das in unserer Gemeinde zahlreiche Spuren hinterlässt und unvergessen bleiben wird.
In Ihrem gesamten Wirken hier bei uns ging es Ihnen immer zuerst um den Menschen. Sie sind als Seelsorger und Prediger gleichermaßen geschätzt. Nicht nur die Gläubigen unserer Pfarreiengemeinschaft, sondern viele Christen aus den umliegenden Gemeinden besuchten ihre Gottesdienste.

Neben Ihrem Auftrag Seelsorger in unserer großen Pfarreiengemeinschaft zu sein kamen im Laufe der Zeit weitere Aufgaben hinzu.
Sie wurden Dechant des Dekanats Mayen Mendig und so „nebenbei“ Sie auch noch Mitglied der Bistumssynode.

Ich glaube da hat man ihren Weihespruch, einen Vers aus dem Johannesevangelium: „Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben!“ doch falsch verstanden, Da stand das „Leben“ in Fülle haben und nicht die „Arbeit“ in Fülle haben.

Zu Ihrem Priesterjubiläum vor 4 1/2 Jahren sagte ich „Ob Sie damals schon geahnt haben, in welch turbulente Zeit der neueren Kirchengeschichte Sie da hineingeweiht wurden? Ich glaube es nicht!“
Heute kann ich sagen: die Zeit ist noch wesentlich turbulenter geworden als wir alle es wohl gedacht haben. Turbulenter trotz Lockdown durch den Vatikan und Corona.

Als die Nachricht Ihrer endgültigen Versetzung in der Stadt die Runde machten konnten viele es gar nicht glauben. Viele Christen sprachen mich an und äußerten ihr Bedauern. Wir hätten Sie gerne bei uns behalten, und ich weiß, dass Sie sicherlich auch gerne bei uns geblieben wären.

Jetzt geht Ihr Weg nach Wittlich, zwar nicht in eine Pfarrei der Zukunft, eher in eine noch ungewisse Zukunft, denn das neue Modell mit mehreren Großpfarreien in einem Seelsorgeraum hat sicherlich noch einige Überraschungen auf Lager.

Ich wünsche Ihnen, dass Sie an Ihrem neuen Arbeits- oder besser Aufgabenplatz Freiräume behalten, Platz für kreative Ideen aber auch Platz für den Menschen Matthias Veit.

Die gesamte Pfarrei Herz Jesu, aber auch ich persönlich, wünschen Ihnen für Ihre neue Aufgabe in Wittlich alles erdenklich Gute, Gesundheit, Gottes Rückenwind und reichen Segen

Sie werden uns fehlen.

Gerd Kohlhaas

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