22 | 07 | 2017

03.05.2014 - 2. Vollversammlung - 4. Tag

Stellproben gibt es nicht nur im Theater. Auch in der Synodenaula haben wir am letzten Tag unserer 2. Vollversammlung eine Art Stellprobe unternommen. Jede und jeder Synodale sollte sich zuordnen. Wo schlägt das Herz hin? Wer interessiert sich für welches Thema? Wer möchte in welcher Sachkommission mitarbeiten? An zehn Stellen fanden wir auf Stellwänden die Überschriften der Themen (Siehe die Auflistung vom 1. Mai). Dabei hatte die Versammlung, obwohl das Präsidium der Synode es anders vorgesehen hatte, sehr schnell darauf verzichtet Sachkommissionen nur dann einzurichten, wenn Kleriker und Laien, Frauen und Männer nach einem bestimmten Prozentsatz sich zuordnen würden. Nein, das wollte man doch lieber dem „Heiligen Geist“ überlassen. Und die Verteilung fiel gar nicht mal so schlecht, sondern gut aus! Erwartungsgemäß viele Synodale, vor allem Priester, stellten sich zum Thema „Zukunft der Pfarrei“. Doch auch die übrigen Themenfelder wie z.B. „Katechese“ oder „Der Sonntag und die Gestaltung des Sonntagsgottesdienstes“ waren letztendlich mit jeweils etwa 25 Personen gleichmäßig personell bedacht. Im Übrigen hat die Synode gestern zu den neun Themen mit großem Votum noch ein weiteres Themenfeld hinzugefügt, welches auch in einer Sachkommission bearbeitet werden soll. Wir gaben ihm den Titel: „Familie in all ihrer Vielfalt in Kirche und Gesellschaft und der Wandel der Geschlechterrollen“. Da habe ich mich hinzugestellt. Dort möchte ich mitarbeiten, nicht zuletzt ausgelöst durch Erfahrungen während der diesjährigen Erstkommunionvorbereitung, die mir nochmals die Stärke aber auch die Brüche aufzeigten, mit denen Familie, und all jene Gemeinschaften, die wir ihr zurechnen, heute zurecht kommen müssen.

Nach einer Pause waren in den Klassenräumen der neben St. Maximin gelegenen Bistumsschule die einzelnen Gruppen unter sich, um sich als Sachkommissionen der Diözesansynode zu konstituieren. Die Vorsitzenden der Sachkommissionen waren schnell gewählt. Die Feinarbeit kann beginnen. Die Motivation der Frauen und Männer der Synode ist hoch! Die nächste Sitzung „meiner“ Sachkommission findet am Samstag vor Pfingsten in Wittlich statt. Die ersten Zwischenergebnisse aus den zehn Sachkommissionen werden bei der nächsten Vollversammlung Anfang Oktober in Saarbrücken zusammengetragen und einer ersten Bewertung unterzogen.
M. Veit

02.05.2014 - 2. Vollversammlung - 3. Tag

So langsam lernen wir es! Die Geschäftsordnung der Synode ist das Regelwerk, um in einer Gruppe von immerhin 280 Personen zielführende Entscheidungen herbeizuführen. Wortmeldungen werden durch das Aufzeigen von Namensschildern entgegengenommen. Mündliche Beiträge werden so der Reihe nach aufgerufen. Auf einer großen Leinwand lassen sich Formulierungen nachlesen.
Heute, am 2. Mai, haben wir die vom Bischof vorgeschlagenen Themen, zu denen Sachkommissionen eingerichtet werden sollen, auf diese Art und Weise der Reihe nach "abgeklopft" und teilweise recht kontrovers beraten. Verschiedentlich wurden Ergänzungen und Präzisierungen sprachlicher Art vorgenommen. Es liegt förmlich in der Luft, und jeder weiß es: Jetzt gilt es! Nichts soll vergessen, nichts übersehen werden!
Das "Filetstückchen" unter den zu beratenden Themen ist zweifelsohne der Punkt "Die Zukunft der Pfarrei". Ihm wird besondere Bedeutung beigemessen. Unsere Hoffnung ist groß, dass gerade hier die zukünftige Sachkommission weit und frei genug denkt. Es braucht einen visionären Entwurf, welcher auf die Frage Antwort geben kann: Wie können wir auch in  Zukunft für die Menschen "Kirche in der Nähe" bleiben?!
Um 18.00 Uhr waren wir wieder im Dom versammelt, um das Heilig-Rock Fest zu feiern, das Gedenken an jene kostbare Herrenreliquie, die uns Trierern schon seit Jahrhunderten anvertraut ist. Wir waren beileibe nicht allein im Dom. Die muttersprachlichen Gemeinden unseres Bistums waren als besondere Zielgruppe eingeladen. In vielen Sprachen wurde gebetet und gesungen: Italienisch, spanisch, koreanisch, portugiesisch, englisch.... Neben mir in der Bank war auch saarländisch zu hören! Eins sein in der Vielfalt von Sprachen und Nationen war greifbar. In der Vielfalt der Synodalen und der Vielfalt der anstehenden Themen einen gemeinsamen Weg für unser Bistum zu finden, genau das ist auch der Synode aufgetragen.
M. Veit

01.05.2014 - 2. Vollversammlung - 2. Tag

Synodenaula während einer SitzungspauseAm Abend empfing uns der Dom mit vollem Geläut. Der 1. Mai ist der Tag der Weihe unserer Bistumskirche. In diesem Jahr zudem noch ein Jubiläum. Denn nach fünfzehnjähriger Renovierung war das Gotteshaus 1974 durch den damaligen Bischof Stein wiedereröffnet worden.

Kirche aufbauen, zukunftsfähig machen, darum geht es auch bei der Synode. Bischof Stephan stellte den Synodalen heute die Themen vor, für die er sich Beratungsbedarf wünscht, und die sich für ihn aus den zahlreichen Rückmeldungen aus dem Bistum ergeben haben:

  1. Diakonisches Wirken,
  2. Missionarisch sein,
  3. Die Zukunft der Pfarrei,
  4. Katechese,
  5. Den Glauben an vielen Orten leben lernen,
  6. Der Sonntag und die Gestaltung des Sonntagsgottesdienstes,
  7. Persönliches und gemeinschaftliches Beten und die Vielgestaltigkeit gottesdienstlicher Feiern,
  8. Die Vielfalt der Charismen von Männern und Frauen entdecken und wertschätzen,
  9. Die Entwicklung der Rätestruktur

Die Synodalen sahen nach angeregtem Austausch die Herausforderungen, vor denen wir stehen, in diesen Themenformulierungen gut abgebildet. Offen blieb noch die Frage, ob der Punkt "missionarisch sein" ein eigener Themenkomplex wäre, und nicht  vielmehr in allen anderen Themen sowieso immer mitschwingen sollte.

Apropos schwingen: Auch die dickste Glocke, Helena mit Namen, tat beim Zusammenläuten ihren Dienst. Lange schwang sie nach, nur langsam verklang schließlich ihr feierlicher und beruhigender Ton. Ich muss gestehen: Manches klingt auch in mir am Ende dieses Tages nach. Keine schlechte Voraussetzung für den nächsten wahrscheinlich spannenden Synodentag.
M. Veit

30.04.2014 - 2. Vollversammlung - 1. Tag

Es begann mit einer faustdicken Überraschung.
Was war geschehen?

All das, was während der zurückliegenden Arbeitstage im Frühjahr zu den sogenannten "Zeichen der Zeit" zusammen getragen wurden (immerhin 18 DIN a 4 Seiten voll), sollte nun förmlich beschlossen werden. Einzeln? Als Gesamtpaket? Zudem waren auch 3 Änderungsanträge eingegangen. Eine wortreiche Aussprache entbrannte. Die "Vielredner" witterten schon ihre Stunde. Ein Abstimmungsmarathon drohte ....

Bis eine kleine Gruppe junger Synodaler (U 30) den kurzen und knappen Vorschlag machte, über die "Zeichen der Zeit" überhaupt nicht förmlich abzustimmen, sondern diese als offene Arbeitshilfe für unser weiteres Überlegen zu verstehen. Der Knoten war geplatzt. Überwältigende Zustimmung der Synodalen!
Komm Heiliger Geist!
Und das Abendessen konnte pünktlich beginnen!
M. Veit

08.03.14 - Synode: Zweiter Arbeitsgruppentag

Die Sonne strahlte schon um die Wette als wir Synodale aus Ochtendung, Mayen und Münstermaifeld in einer Fahrgemeinschaft (Autofasten!) uns zum Arbeitsgruppentag nach Trier aufmachten. Ich bin ehrlich: Ich hätte mir was Schöneres vorstellen können, als an einem solch herrlichen Frühlingstag sich in die Räume unseres Tagungshauses auf dem Trierer Markusberg zu „verkriechen“! Aber, wie sagt man so schön: Dienst ist Dienst und …!  Und dennoch hat sich dieser „Verzicht“ gelohnt.

Bild: Helmut ThewaltNicht nur mir, sondern vielen Synodalen tat es gut, dass Bischof Stephan am Beginn der Tagung in einem kurzen Vortrag nochmals den Ist-Stand der Synode auf den Punkt brachte. Es gibt eine gewisse Ungeduld, stellte er fest, wie es denn nun weitergehen soll mit der Synode bzw. wann und wie sie so richtig „durchstarten“ wird. Doch wollen wir uns nicht vorschnell zu sachlichen Entscheidungen drängen lassen. Nein, der Weg der Synode braucht Zeit und Geduld; sie ist ein geistlicher Prozess. Dabei vertrauen wir auf uns selber, auf die Erfahrungen, die jede und jeder Einzelne aus der großen Bistumsfamilie mitbringt und auf den Geist Gottes, der uns die Richtung schon zeigen wird.

Wie wir schon beim letzten Arbeitsgruppentreffen im Februar festgestellt haben umgeben uns viele Entwicklungen, Trends, Strömungen, die die Menschen heutzutage umtreiben z.B. die Individualisierung und zugleich Pluralisierung unserer Gesellschaft, das Diktat der Wirtschaftlichkeit, die Sehnsucht nach Religiosität auch über die Grenzen der verfassten Kirche hinaus, die Bedrohung des menschlichen Lebens in vielfacher Weise, der demografische Wandel, das Hineingewobensein in ein Medien- und Kommunikationsnetz, dem man sich kaum entziehen kann. Lassen sich in diesen Trends Zeichen der Gegenwart und der Absicht Gottes erkennen? Was hat Gott mit uns vor? Zeigt er es uns in diesen Entwicklungen, die wir beobachten? Welchen Namen wollen wir dem geben, was wir „sehen“? Was heißt das für unser Handeln als Kirche?

In der Kleingruppe, in der ich am Nachmittag teilnahm, haben wir uns z.B. intensiv darüber ausgetauscht, was denn nun bei der nächsten großen Vollversammlung vom 30. April bis 03. Mai hinsichtlich der Thematik „Religiosität“ näherhin dran sein sollte:

  • Wie kommen Menschen zu einer persönlichen Glaubenserfahrung?
  • Die Bedeutung der Rituale und Symbole?
  • Die Form der Gottesdienste im weitesten Sinne?
  • Die Art und Weise der zukünftigen Sakramentenkatechese?
  • Welche Gemeindeformen brauchen wir?
  • Wie Jesu Botschaft auf den „Straßen und Plätzen“ präsent halten?Bild: Helmut Thewalt

Viele Moderationskärtchen wurden beschriftet, nicht nur bei uns, auch in den anderen Gruppen. Der Geschäftsführende Ausschuss der Synode hat viel Arbeit mit bekommen. Sortieren und Bündeln unzähliger Stichwörter sind angesagt. Doch das heute Bedachte wird das nötige Fundament weiterer Überlegungen bilden.

Die Sonne strahlte immer noch, als wir uns auf den Heimweg machten …. und „entschädigte“ uns mit ihrem milden Abendlicht.
M. Veit

10.02.14 Synode: Ein „Blitzlicht“ zum Arbeitsgruppentag

„Wenn wir anfangen, wie wir immer anfangen, machen wir so weiter, wie wir immer weitergemacht haben“, so zitierte Generalvikar Georg Bätzing den warnenden Hinweis eines Synodalen.
Diesmal soll also alles anders anfangen! Und wir haben uns viel Zeit genommen. Zeit genommen, um die Trends der Zeit, um die prägenden Entwicklungen unserer Zeit näher zu beleuchten. Dazu zählen z.B. Gegebenheiten, die mit Schlagwörtern benannt werden: demografischer Wandel (viele Alte, wenig Junge, Migrationsströme), zunehmende Selbstbestimmung des Individuums, Vielfalt der unterschiedlichen Lebensstile, hohe Wahlfreiheit bei der Lebensgestaltung, neue Familien- und Lebensformen, Wandel der Geschlechterrollen, Rückgang kirchlich-religiöser Praxis, dennoch Suche nach Sinn und Orientierung, Diktat der Wirtschaftlichkeit, Druck den Alltag zu organisieren (Rastlosigkeit, Zeitmangel, Stress), bedrohtes Leben, Armut, Leben in Kommunikations- und Mediengesellschaft. …

Bild: Helmut ThewaltOh Mann, war das schwer! Die Köpfe rauchten. 17 Kleingruppen gaben ihr Bestes. Manches war und blieb sehr diffus. Nicht alle Synodale waren am Ende der Tagung zufrieden. Es ist eben nicht einfach in den prägenden Entwicklungen unserer Gesellschaft nach den Zeichen zu forschen, die Gott uns gibt, in all diesen Trends seine Absichten zu entdecken! Wir dürfen uns mit einem Zitat des christlichen Denkers  Reinhold Schneider trösten: "Der Weg wächst im Gehen unter deinen Füßen!"
Am 08. März ist ein neuer Arbeitstag! 
M. Veit

13.12.2013 - Beginn der Synode

Die Synode im Bistum Trier hat am 13. Dezember 2013 begonnen. 279 Synodale um Bischof Ackermann; 170 Männer und 109 Frauen trafen sich in Trier zur ersten Vollversammlung. Die Schwerpunkte der Synode hat Bischof Ackermann in seinem Hirtenwort wie folgt beschrieben:

  • Welchen Platz hat die Kirche in unserer Gesellschaft?
  • Wie wird und bleibt man Christ in einem von Freiheit und Wohlstand geprägten Land, in dem der Glaube an Gott nicht mehr selbstverständlich ist?
  • Wie geht die Feier des Glaubens in Pfarreien und Pfarreiengemeinschaften, die deutlich größer sind als noch vor einigen Jahren?
  • Wie können die vielfältigen Charismen und Begabungen, die es in unserem Bistum gibt, noch mehr Wertschätzung und Förderung erfahren?

Unser Dechant Matthias Veit ist Mitglied der Synode und berichtet an dieser Stelle immer wieder über seine Eindrücke.

Begleiten Sie die Synode mit Ihrem Gebet!