25 | 11 | 2017

16.02.2015 - 4. Vollversammlung - 3. Tag

Die Nachtruhe hatte gut getan. Nach der Feier der Eucharistie in der Herz-Jesu Kirche und einem kleinen Fußmarsch zur Synodenaula setzten wir unsere Beratungen vom Vortag fort. Konzentriert und weitgehend diszipliniert schenkte man einander Gehör. Nur eines war von den Moderatoren „verboten“ worden, nämlich während der Sitzung die am Rande stehenden Kaffeemaschinen zu benutzen, weil deren Lärmpegel beim Mahlen der Bohnen stets für Erheiterung sorgte.

Immer zwei Personen einer Sachkommission trugen den aktuellen Stand ihrer Gruppe vor. Rückfragen wurden beantwortet, manches kontrovers diskutiert. Schon recht konkret wurde es beim Thema der Sachkommission 3 „Zukunft der Pfarrei“. Die fundierte Analyse der Ist-Situation fand breite Zustimmung. Viele Pfarreien sind auf Dauer nicht mehr lebensfähig. Die Zeit der Volkskirche ist vorbei. Haben wir jetzt im Bistum noch 876 größere und kleinere Pfarreien, die in 173 Pfarreiengemeinschaften eingebunden sind und zu 32 Dekanaten gehören, empfiehlt die Sachkommission 3 die Pfarrei der Zukunft ganz neu zu denken: Sie wäre vergleichbar mit einem Netzwerk, bestehend aus einem Pfarrort (kirchliches Mittelzentrum), sowie aus einem oder mehreren Schwerpunktzentren und einer Vielzahl von Kirchorten im Nahraum. Es gäbe davon nur mehr maximal 60 in unserem Bistum. Die Dekanate wären aufgelöst. Alle pastoralen Berufsgruppen arbeiten in einem Team. Die Leitung der Pfarrei ist auf mehreren Schultern verteilt. Die Pfarrei bietet viel Raum für freiwilliges Engagement und baut auf die Charismen ihrer Mitglieder. So dieser Vorschlag. Und ….. die Synodenaula stand alles andere als Kopf. Es erstaunte mich, mit wie viel Einmütigkeit diese Empfehlung beraten wurde. Die Sachkommission 3 bekam jedenfalls das breite Votum, ihre Überlegungen weiter zu konkretisieren.

Froh war man über die Anwesenheit des emeritierten Trierer Weihbischofs Leo Schwarz, der seit seinem „Ruhestand“ als „normaler“ Pastor in Südamerika wirkt. Vor dem Mittagessen ging er zum Mikrophon um Bischof Stephan zu danken für seine Weitsicht und seinen Mut sich auf eine solche Synode einzulassen. Und es war ihm ein Herzensanliegen die Anwesenden auf die Bedeutung der Ehrenamtlichen hinzuweisen. Seine Erfahrung aus der jungen Kirche lautet: „In Bolivien ist die Ehrenamtlichkeit die einzige Garantie Kirche zu ermöglichen und zu leben!“ Langer Applaus bekundete, dass seine Botschaft angekommen war.

Am Abend sind alle geschafft. Und ich merke beim Nachhausefahren: Es braucht Zeit das Erfahrene zu sortieren, und auch mit anderen auszutauschen, um Sicherheit zu gewinnen, wenn es in den beiden noch verbleibenden Vollversammlungen im September und Dezember darum gehen wird, unterschiedliche Meinungen zu einem Weg (nichts anderes bedeutet das Wort Synode) zusammenzuführen, auf dem die Kirche von Trier auch in Zukunft ihrer Aufgabe gerecht werden kann: In Wort und Tat Zeuge des Auferstandenen zu sein! 

Dies und Das