17 | 10 | 2017

10.-12.12. 2015 - 6. Vollversammlung

Dem Kirchenjahr mit seinen Anforderungen geschuldet, kommt mein Blitzlicht zur 6. Vollversammlung spät, erst nach den Weihnachtsfeiertagen und der Jahreswende. Also kein Blitzlicht mehr, das diesen Namen verdient, sondern eher - um im Bild zu bleiben - ein länger belichtetes Foto.

Noch gut im Ohr ist mir ein kurzes Statement einer Synodalen während des Eröffnungsgottesdienstes am ersten Abend der 6. Vollversammlung. Sie sagte: „Achtung und Respekt erfüllen mich vor den zu treffenden Entscheidungen. Die Verantwortung, die wir tragen, ist allgegenwärtig.“ Damit brachte sie zum Ausdruck, was wohl viele so empfanden. Bischof Stephan lobte die bislang geleistete Arbeit der Sachkommissionen und der siebenköpfigen Arbeitsgruppe, die seit der 5. Vollversammlung, ja man kann sagen die Mammutaufgabe hatte, die Empfehlungen der Sachkommissionen zu sichten und unter bestimmten Kriterien zu ordnen, um diese für uns zur Weiterarbeit aufzubereiten. Das ist erstaunlich klar gelungen.

Was zeichnet sich ab? Drei „rote Fäden“, so das Urteil der Arbeitsgruppe, durchziehen übergreifend alle Sachkommissionen, drei Perspektivenwechsel, wie wir sie nennen, drei neue Sichtweisen. Sie wurden beschrieben und zur Diskussion gestellt. Zuerst:

1. Vom Einzelnen her denken! Vom Rand her. Und dies mehr als bisher. Bisher hat die Kirche viel vorgegeben; in Schemata gepresst. Die Fragerichtung war bisher überwiegend:  Wie machen wir den Einzelnen für uns als Kirche „passend“? Es kann jedoch z.B. in der Sakramentenvorbereitung die  „automatische“ jahrgangsweise Vorbereitung zur Erstkommunion nicht mehr allein die Hinführung von Kindern zum Glauben sein. Es braucht eine größere Vielfalt. Die Kirche soll aktiv fragend auf die Menschen zugehen und nicht passiv antwortend bleiben. Eine solche veränderte Sicht, so die Wortbeiträge in der Diskussion, ist freilich nur dann vertretbar, wenn dem Einzelnen auch die Gemeinschaft „zugemutet“ wird. Kirche will nicht beim Einzelnen stehen bleiben, oder gar in die Vereinzelung führen, sondern die Gemeinschaft der Christusgläubigen sein. Die große Frage bei diesem Perspektivenwechsel wird allerdings sein: Haben wir die Ressourcen, die Kräfte, um einer Pastoral, die dem Einzelnen nachgeht, gerecht zu werden? Und will der Einzelne das überhaupt in solcher Intensität?

2. Charismen vor Aufgaben in den Blick nehmen! So formuliert die Arbeitsgruppe den zweiten Trend, der sich aus den Texten der Sachkommissionen ableitet. Charismenorientierung vor Aufgabenorientierung! Ein Vergleich mag das Gemeinte veranschaulichen: Entweder habe ich ein Rezept und ich besorge nach dieser Vorgabe die Zutaten. Oder ich sehe nach, welche Zutaten bereits da sind und ich koche dementsprechend. Also: Nicht  zuerst darauf schauen, was uns fehlt, sondern auf das schauen, was uns geschenkt ist, was da ist. Trauen wir dem Geist Gottes zu, dass es Begabungen („geistliche Persönlichkeiten“ so Pater Meurers) in den Gemeinden für den Aufbau derselben gibt? Trauen wir Ihm zu, dass die Kirche bunter ist, als wir ihr zugestehen? Eine solche Sichtweise braucht natürlich „Mut zur Lücke“. Und sie  kann auch folgende Fragen nicht ausblenden: Welche Tätigkeiten lassen wir, wenn uns in bestimmten Bereichen kirchlichen Lebens Begabungen nicht geschenkt sind? Und andererseits, welche Aufgaben sind unverzichtbar, weil sie zum Wesen der Kirche hinzugehören? Der beschriebene Perspektivenwechsel, diese neue Einstellung, kann uns aus der Falle herausführen, im Herkömmlichen heiß zu laufen, vor allem dann, wenn der erwartete Erfolg ausbleibt.

3. Weite pastorale Räume einrichten und netzwerkartige Kooperationsformen verankern. Dies ein dritter Leitgedanke, der sich aus der Gesamtschau der Empfehlungen der Sachkommissionen ergibt. Und dieser Perspektivenwechsel hat es in sich! Er gibt die bisherige kleinteilige Pfarreistruktur auf, und damit auch das Prinzip „Überall muss es alles geben“, welches jetzt schon viele Gemeinden heillos überfordert. Er verabschiedet sich von einer flächendeckenden „Versorgung“, letztlich auch eine Konsequenz der beiden anderen Perspektivenwechsel. Die Pfarrei der Zukunft sieht die Synode als netzwerkartiges Gebilde in einem viel größeren Raum als wir ihn jetzt mit dem Begriff Pfarrei in Verbindung bringen. Die Zahl 60! Pfarreien (statt der jetzigen 173 Pfarreien und Pfarreiengemeinschaften) wurde im Laufe der Beratungen als Orientierungshilfe festgehalten. Netzwerkartig bedeutet: Im großen seelsorglichen Raum wird es kirchliches Leben in unterschiedlichen Akzenten, in unterschiedlichen Ausprägungen geben. So soll es (unter Berücksichtigung des Sozialraumes) Orte geben, die stärker die Feier der Gottesdienste vorhalten, andere könnten einen diakonisch-caritativen Schwerpunkt haben, wieder andere sich stärker mit der Kinder- und Jugendarbeit befassen oder katechetische, missionarische Zentren bilden. Die Gefahr der Überdehnung ist ausgesprochen; auch die Befürchtung sich noch weiter von den Menschen zu entfernen.  Andererseits können durch Schwerpunktbildungen, so die Hoffnung, Menschen gezielter angesprochen werden und neue Freiräume für die entstehen, die sich in diesen Feldern engagieren. Hauptamtliche werden dabei nicht mehr allein „die Macher“ sein, was sie ja auch jetzt schon nicht mehr sind! In ihrer Rolle werden sie mehr Charismensucher und Begleiter sein.

Diesen drei Sichtweisen haben die Synodalen nach intensiver und ausführlicher Debatte mit großer Mehrheit zugestimmt. Sie geben, wenn man so will, die Entwicklungsrichtung der Kirche von Trier an, die die Synode dem Bischof empfehlen wird. Alle ins Detail gehenden Einzelempfehlungen sind zudem von den Synodalen unter dem Gesichtspunkt bewertet worden, ob sie eine solche Entwicklung fördern oder nicht. Eine Redaktionskonferenz steht nun vor der anspruchsvollen Aufgabe, die Vorlage für das Abschlussdokument der Schlussvollversammlung Ende April zu formulieren und vorzulegen.

Wie soll ich meine Gefühlswelt beschreiben? Auch mit Abstand zur letzten Vollversammlung: Verlustängste sind da, das Gefühl der Bedrängnis, aber auch Neugierde gepaart mit gelassener Zuversicht. Veränderung liegt in der Luft. Wir werden viel Mut brauchen uns vom Herkömmlichen zu lösen, vor allem die innere Bereitschaft, uns auf neue Formen von Kirche einzulassen. Ob es der „große Wurf“ werden wird!? 

   
Schokolade, Licht und etwas gegen die anfliegende Erkältung! Synode, so menschlich! 

Auch in den Pausen wird rege diskutiert

 

Und immer wieder ergreift auch die Jugend das Wort

 

     
Mehr als einmal geht die "Ampel" auf Grün! Abstimmungen reihen sich an Abstimmungen Ob es der große Wurf wird? Ein Sportgerät in der Synodenaula Kommt lasset IHN anbeten! Ein Blick in die kleine Kapelle neben der Aula.

05.09.2015 - 5. Vollversammlung - 3. Tag

Irgendwie lag es in der Luft. Auch die Sachkommission V „Den Glauben an vielen Orten leben“ erläuterte durch einen Vertreter ihre Thesen. Sie musste sich die Kritik gefallen lassen, was daran denn neu sei, die alten Orte des Glaubens zu stärken: die Schulen, hier speziell den kath. Religionsunterricht, die Kindertagesstätten u. a.?  Dennoch erhielt diese Sachkommission in der herbeigeführten Probeabstimmung hohe Voten seitens des Plenums. Vielleicht brauchte es genau dies, damit die Krise unausweichlich wurde! Oder hatte gar der Heilige Geist die Hand mit im Spiel?

Kurz vor Mittag ergriff Bischof Stephan das Wort. Er lobte die differenzierte Debatte, stellte aber fest: Wenn die Synode weiter so verfahre, d.h. alle Empfehlungen mit hoher Mehrheit durchwinken werde, helfe ihm das nicht weiter. Die Synodalen müssten klarer benennen, welchen Empfehlungen sie den Vorzug geben, und welche sie unter Berücksichtigung möglicher Konsequenzen, ablehnen. Das Wort des Bischofs irritierte für den Moment total. Die Synode stockte aufs Ganze. Fragende Gesichter. Haben wir falsch gearbeitet? Auf die falschen Methoden gesetzt? Nicht wenige waren erschrocken, aber Bischof Stephan hatte mit seinem Zwischenruf genau das „Problem“ genannt, in das sich die Synode hineinmanövriert hatte. Die Vorschläge der Sachkommissionen stehen noch zu unverbunden nebeneinander. Es ist dringend angezeigt, sich auf gemeinsame Grundanliegen zu verständigen. Wir brauchen so etwas wie ein „Konzentrat“ aller Sachkommissionen. Was lassen wir hinter uns? Was machen wir neu? Was behalten wir? Wichtig ist dabei das „Zukunftsbild“ von Kirche, auf das wir uns einigen. Es kann als Kompass dienen.

Nach einer halbstündigen Sitzungsunterbrechung fand die Synode schnell wieder in den „Betriebsmodus“ zurück. Der berühmte rote Faden war wieder da. Man vereinbarte mit meist über 90 %  Ja-Stimmen folgendes Vorgehen:

  • Die noch ausstehenden Kommissionen präsentieren ihre Empfehlungen bei der nächsten Vollversammlung im Dezember.
  • Eine Arbeitsgruppe versucht bis dahin, ausgehend vom bisherigen Stand der Beratungen, Zielkonflikte herauszufinden (das sind Ziele, die sich gegenseitig blockieren). Sie versucht zudem die großen Linien, die es zwischen den Sachkommissionen gibt, zu benennen. Sie überlegt sich einen Weg, wie diese priorisiert, d.h. von den Synodalen in eine Rangordnung  gebracht werden können.
  • Zeitgleich formuliert der Bischof seinerseits Vorbehalte (Anfragen und Bedenken), die er zu verschiedenen Empfehlungen hat und macht sie schon im Vorfeld zur nächsten Vollversammlung allen Synodalen zugänglich.
  • Die 6. Vollversammlung im Dezember wird um einen Tag verkürzt, und eine zusätzliche Vollversammlung für das Frühjahr 2016 anberaumt.
  • Nach der Vollversammlung im Dezember erstellt eine „Redaktionskommission“ den Entwurf für ein Abschlussdokument, über das in der 7. Vollversammlung beraten und abgestimmt wird.    

Kann das gut gehen? Mit dieser Frage bin ich angereist. Es ist (noch mal) gut gegangen! Ein Wandlungsprozess lebt nun einmal von Krisen. Auch wenn es Beteiligte mitunter ganz schön rüttelt und schüttelt. Nur so kommen wir voran.

04.09.2015 - 5. Vollversammlung - 2. Tag

Die Nachtruhe tat gut, obwohl ein Bautrupp schon in aller Herrgottsfrühe vor meinem Hotelzimmer mit ihrem Tagwerk begann. Was soll´s. Ich musste sowieso aufstehen. Um 8.30 Uhr sollten alle wieder pünktlich am Tagungsort in Saarbrücken Burbach sein. Wir feierten miteinander die Hl. Eucharistie. Irgendwie tröstlich: Der Ort erregter Debatte gestern, jetzt Ort der Begegnung mit IHM. Wie heißt es in der Offenbarung des Johannes: „Wer Ohren hat, der höre, was der Geist den Gemeinden sagt.“ (Offb. 3,6) Ich habe es versucht! Geistlich gestärkt ließen die Synodalen sich auf die vorgesehene Tagesordnung ein. 

Die Ruhe vor dem SturmDen Anfang machte die Sachkommission I „Diakonisch sein“. Komprimiert stellten zwei Vertreter der Gruppe deren Positionen vor. Es blieb dann genügend Zeit zur Diskussion und zur Meinungsbildung. Gut gefallen haben mir zwei „Bilder“, die uns im Gottesdienst am Vorabend als mögliche Zukunftsbilder für Kirche angeboten worden waren, und die jetzt wieder aufgegriffen wurden. Das Bild von der Kirche als „Herberge“ und der Kirche als „Weggefährtin“. Eine Herberge ist immer ein Ort der Barmherzigkeit, der Fürsorge, für den, der eintritt. Und eine Weggefährtin ist jemand, der mitgeht, der an der Seite des Menschen bleibt. In der Tat machen wir uns erkennbar! Die Kirche von Trier soll in Zukunft noch entschiedener diakonisch sein. Nicht nur die guten Bürger, auch die „anderen“ gehören dazu. Dorthin gehen, wo die Leute leben, ohne Ausnahme. Den Sozialraum im Blick haben. Den Geruch der Schafe annehmen, wie Papst Franziskus es in seiner unnachahmlichen Art gesagt hat. Darauf kommt es an. Organisierte Caritas und Kirchengemeinden sollten sich noch viel mehr als bisher verbünden. In Probeabstimmungen erhielt die Sachkommission breite Zustimmung.

„Geht in alle Welt ..“ Dem Missionsauftrag Jesu kann sich auch die Kirche von heute nicht entziehen. Die Sachkommission II mit dem Titel „Missionarisch sein“ hat sich die frz. Mystikerin Madeleine Delbrel zur Leitfigur erwählt. „In dieser Welt Inseln göttlicher Anwesenheit sein“ war nur ein Satz von ihr, den die Sachkommission ihren Ausführungen programmartig voranstellte. Mission stellt sich in den Dienst der Verkündigung, der Evangelisierung. Mission will aber nicht überrumpeln; sie ist in gewisser Weise „absichtslos“. Alle Getauften sind Jüngerinnen und Jünger, Missionarinnen und Missionare, oder besser gesagt: Sie könnten es sein. Wenn wir als Kirche nicht ganz verbürgerlicht enden wollen, gilt es die Idee des „Wanderpredigers“ neu zu entdecken und zu leben. Diesen Gedanken setzte die Sachkommission in ihrem Vorschlag um, „missionarische Teams“ im Bistum Trier möglich zu machen. Gemeint sind damit kleine Gruppen Freiwilliger, die neu und unverbraucht auf Zeit (für mindestens 1 Jahr), unanhängig von gängigen Pfarrstrukturen, in den Milieus sogenannter Fernstehender einfach mitleben. Als Vorbild können positive Erfahrungen aus der Weltkirche dienen. Ohne Frage, dieser Vorschlag ließ aufhorchen, auch wenn man sich das noch nicht so recht vorstellen kann. Genauso fand auch die Handlungsempfehlung, analog zum Freiwilligen sozialen Jahr (FSJ), im Bistum Trier ein Freiwilliges missionarisches Jahr (FMJ) einzurichten, in dem Menschen mit missionarischen Charismen sich ausprobieren können, Anerkennung.

An der großen Leinwand werden Abstimmungsergebnisse für alle "blitzschnell" sichtbarTja, und dann war die Sachkommission III „Zukunft der Pfarrei“ an der Reihe, von der Thematik her ein wichtiger Dreh- und Angelpunkt dieser Synode. Auch wenn der voll gepackte Synodentag schon vorangeschritten war, die Aufmerksamkeit war hoch. Konzentriert verfolgten alle den Ausführungen und zahlreichen Redebeiträgen. Die Sachkommission III will den Begriff Pfarrei nicht mehr gleichsetzen mit der bisherigen Pfarrgemeinde bzw. Pfarrfamilie, sondern meint einen weiten Raum, größer als die bisherigen Pfarreiengemeinschaften, innerhalb dessen viele Kirchenformen zulässig sind, angefangen vom zentralen Pfarrort, an dem die Grundvollzüge von Kirche (wie z.B. die Sakramentenspendung) sicher gestellt sind, über kleine Basisgemeinschaften vor Ort (wählen Gemeindeverantwortlichen) bis hin zu „Themenzentren“ , wie z.B. Familienbildungsstätte, Altenheim, Jugendkirche, Flüchtlingsinitiativen u.a. mehr. Die Sachkommission verabschiedet sich von der Vorstellung, dass es überall alles geben muss. Doch die Hoffnung ist groß, dass Menschen neu aus einer Vielfalt von christlichen Gemeinschaftsformen und Orten wählen können, wo und in welcher Form sie ihren Glauben entdecken und leben möchten. 
Wenn wir in dieser Weise eine lebendige Kirche wollen, brauchen wir Getaufte, die für bestimmte Bereiche Verantwortung übernehmen. Die Übertragung von Leitungsaufgaben mit allen Rechten und Pflichten wird dabei unabdingbar sein.  Hauptamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger unterstützen, inspirieren, qualifizieren. Das Leitungsgremium kann um bis zu zwei ehrenamtliche Mitglieder erweitert werden. Die Verwaltungsaufgabe liegt in professioneller Hand. Es muss noch geprüft werden, wie viel Leitung für den zuständigen Pfarrer (Priesterteam) kirchenrechtlich unverzichtbar ist. An Hauptbedenken wurden geäußert: Die Umsetzung des Strukturplanes 2020 war schon alles andere als befriedigend, wie soll nun diese Modell den Erwartungen gerecht werden? Kann auf diese Weise Verlebendigung von Kirche geschehen? Haben wir genügend Priester, die sich die Leitung solcher komplexer Gebilde zutrauen? Wie kann in solch räumlich ausgedehnten Pfarreien Nähe zu den Menschen entstehen? Andererseits, was wäre eine gangbare Alternative? Wenn wir „zu klein“ denken, zu kurz springen, stehen wir in absehbarer Zeit wieder vor der Wand.

Ich weiß nicht, ob man es nach diesen wenigen Eindrücken, die ich zu schildern versucht habe, nachempfinden kann: All das konnte einen richtig schwindelig werden lassen. Zuversicht und Befürchtungen fielen oft in einer Wortmeldung zusammen, wie diese Bemerkung eines Synodalen zeigt „Wenn wir Menschen Verantwortung zutrauen, dann finden wir die auch!  Wenn wir die nicht finden, dann gibt es uns nicht mehr!“ Also, ich will doch Ersteres hoffen!

03.09.2015 - 5. Vollversammlung - 1. Tag

Generalvikar Dr. Georg Bätzing nach der Eröffnung der 5. Vollversammlung Kann das gut gehen!? Mit diesem Gedanken war ich wohl bei meiner Anreise zur 5. Vollversammlung in Saarbrücken nicht allein. Uns Synodalen war vom geschäftsführenden Ausschuss erst wenige Tage vorher mitgeteilt worden, dass entgegen bisheriger Vereinbarungen nur die Hälfte der Sachkommissionen zur Beratung „dran“ kämen, aus Zeitgründen! Diese Entscheidung wurde nach dem Eröffnungsgottesdienst erwartungsgemäß heftig diskutiert. Ein Teil der Synodalen fühlte sich überrumpelt. Alle waren davon ausgegangen, bis zur letzten Vollversammlung im Dezember der einen oder anderen Empfehlung noch den letzten Schliff geben zu können. Würde man jetzt so verfahren, wären die einen schon „fertig“ und die anderen müssten noch drei Monate auf ein Votum aus dem Plenum warten. Und wie sollte man dann in der Zielgeraden noch eventuelle Änderungen einarbeiten? Einfach ungerecht!

Schließlich siegte dann doch der gute Wille, nachdem fünf Sachkommissionen sich darauf verständigt hatten, ihre Ergebnisse zur grundsätzlichen Debatte zu stellen. Wir wollten die Zeit ja auch nutzen und nicht mir der Klärung von Verfahrensfragen gänzlich vertun. War der Knoten fürs erste gelöst, ein Unbehagen ließ mich nicht ganz los, trotz des guten Abendessens aus zünftiger saarländischer Küche.

16.02.2015 - 4. Vollversammlung - 3. Tag

Die Nachtruhe hatte gut getan. Nach der Feier der Eucharistie in der Herz-Jesu Kirche und einem kleinen Fußmarsch zur Synodenaula setzten wir unsere Beratungen vom Vortag fort. Konzentriert und weitgehend diszipliniert schenkte man einander Gehör. Nur eines war von den Moderatoren „verboten“ worden, nämlich während der Sitzung die am Rande stehenden Kaffeemaschinen zu benutzen, weil deren Lärmpegel beim Mahlen der Bohnen stets für Erheiterung sorgte.

Immer zwei Personen einer Sachkommission trugen den aktuellen Stand ihrer Gruppe vor. Rückfragen wurden beantwortet, manches kontrovers diskutiert. Schon recht konkret wurde es beim Thema der Sachkommission 3 „Zukunft der Pfarrei“. Die fundierte Analyse der Ist-Situation fand breite Zustimmung. Viele Pfarreien sind auf Dauer nicht mehr lebensfähig. Die Zeit der Volkskirche ist vorbei. Haben wir jetzt im Bistum noch 876 größere und kleinere Pfarreien, die in 173 Pfarreiengemeinschaften eingebunden sind und zu 32 Dekanaten gehören, empfiehlt die Sachkommission 3 die Pfarrei der Zukunft ganz neu zu denken: Sie wäre vergleichbar mit einem Netzwerk, bestehend aus einem Pfarrort (kirchliches Mittelzentrum), sowie aus einem oder mehreren Schwerpunktzentren und einer Vielzahl von Kirchorten im Nahraum. Es gäbe davon nur mehr maximal 60 in unserem Bistum. Die Dekanate wären aufgelöst. Alle pastoralen Berufsgruppen arbeiten in einem Team. Die Leitung der Pfarrei ist auf mehreren Schultern verteilt. Die Pfarrei bietet viel Raum für freiwilliges Engagement und baut auf die Charismen ihrer Mitglieder. So dieser Vorschlag. Und ….. die Synodenaula stand alles andere als Kopf. Es erstaunte mich, mit wie viel Einmütigkeit diese Empfehlung beraten wurde. Die Sachkommission 3 bekam jedenfalls das breite Votum, ihre Überlegungen weiter zu konkretisieren.

Froh war man über die Anwesenheit des emeritierten Trierer Weihbischofs Leo Schwarz, der seit seinem „Ruhestand“ als „normaler“ Pastor in Südamerika wirkt. Vor dem Mittagessen ging er zum Mikrophon um Bischof Stephan zu danken für seine Weitsicht und seinen Mut sich auf eine solche Synode einzulassen. Und es war ihm ein Herzensanliegen die Anwesenden auf die Bedeutung der Ehrenamtlichen hinzuweisen. Seine Erfahrung aus der jungen Kirche lautet: „In Bolivien ist die Ehrenamtlichkeit die einzige Garantie Kirche zu ermöglichen und zu leben!“ Langer Applaus bekundete, dass seine Botschaft angekommen war.

Am Abend sind alle geschafft. Und ich merke beim Nachhausefahren: Es braucht Zeit das Erfahrene zu sortieren, und auch mit anderen auszutauschen, um Sicherheit zu gewinnen, wenn es in den beiden noch verbleibenden Vollversammlungen im September und Dezember darum gehen wird, unterschiedliche Meinungen zu einem Weg (nichts anderes bedeutet das Wort Synode) zusammenzuführen, auf dem die Kirche von Trier auch in Zukunft ihrer Aufgabe gerecht werden kann: In Wort und Tat Zeuge des Auferstandenen zu sein! 

15.05.2015 - 4. Vollversammlung - 2. Tag

Ob ich zu ungeduldig bin? Jedenfalls verlief der heutige Synodentag ernüchternd für mich. Der Vormittag hatte noch "Power". Die Sachkommission "Familie in all ihrer Vielfalt", deren Mitglied ich bin, hat die Anmerkungen der übrigen Synodalen vom Vorabend gesichtet und in Kleingruppengesprächen in ihre Beratungsvorlage eingearbeitet. Am Nachmittag ging es im Plenum dann darum die Entwürfe der Sachkommissionen 2 "Missionarisch sein", 8 "Die Vielfalt der Charismen", 7 "Gebet und gottesdienstliche Feiern" sowie 1 "Diakonisch sein" zu diskutieren. Das hatte ich mir wirklich anders vorgestellt! Vieles blieb mir (noch) zu allgemein. Und ich habe mich gefragt: Ist das wirklich das Neue? Wahrscheinlich wird dann doch Morgen u. a. die Sachkommission 3 "Zukunft der Pfarrei" den Stein ins Rollen bringen. Jedenfalls hoffe ich es sehr!

 Die 4. Vollversammlung der Trierer Synode  Die Vorarbeiten der Sachkommissionen schwarz auf weiß  Beratungspause

14.05.2015 - 4. Vollversammlung - 1. Tag

Mit Spannung war sie erwartet worden: Die 4. Vollversammlung der Trierer Bistumssynode. Jetzt hat sie begonnen. Diesmal beraten die Synodalen in Koblenz. Tagungsort ist die Kirche der Jugend im Stadtteil Rauental. Herzlich fiel das Wiedersehen aus! Die liturgische Feier zur Eröffnung, in deren Mitte eine Zeit der eucharistischen Anbetung stand, machte deutlich: Der Herr lebt mitten unter uns. Von Ihm wollen wir uns senden lassen, allen Begrenzungen zum Trotz. Arbeitsreiche Monate liegen hinter den zehn Sachkommissionen. Jede Kommission hat für die Vollversammlung Handlungsempfehlungen formuliert.

Doch auf dem Erreichten können wir uns nicht ausruhen. Die Synode tritt nun im wahrsten Sinne des Wortes in die entscheidende Phase, d. h. in die Entscheidungsphase ein, wie Bischof Stephan es in seinem Eröffnungsimpuls ausdrückte.

Verbindliche Richtungsanzeigen für den weiteren Weg unserer Diözese werden in den kommenden beiden Tagen zu beschließen sein. In Klassenräumen der nahe gelegenen Bischöflichen Realschule, hatten die Synodalen am Abend Gelegenheit in kleineren Gruppen über ihre Empfehlungen erstmals ins Gespräch zu kommen, Rückfragen zu stellen, Vorschläge zu bestätigen bzw. zu sagen, was sie nicht gut finden. Die Zeit verflog wie im Nu. Um 21.00 Uhr fiel der Hammer. Das wohlverdiente Abendessen im Versorgungszelt wartete. Morgen ist ein neuer Tag. Was er wohl bringen mag? Die Spannung bleibt.

 

04.10.2014 - 3. Vollversammlung - 3. Tag (3)

Und weiter geht´s

Anknüpfend an den Vortag erstatteten auch die restlichen Sachkommissionen der Vollversammlung Bericht und erbaten sich Rückmeldungen für ihr weiteres Beraten. Ich hatte das Gefühl, dass in den zurückliegenden Monaten schon einiges in den Untergruppen gearbeitet worden war, dass um Inhalte gerungen worden war, doch viele noch „schwimmen“, auf der Suche nach dem roten Faden sind. Die anwesenden Gäste der Synode warnten denn auch davor „zu weit“ zu denken, sich nicht zu verzetteln, nicht zu viele Themen aufzugreifen, und der Gefahr zu begegnen in alten Mustern stecken zu bleiben oder in solche zurückzufallen und sich vor dem wirklich Neuen zu drücken. Wir werden sehen!

Im Mai kommenden Jahres findet die nächste Vollversammlung statt, dann ganz in unserer Nähe, in Koblenz. Bis dahin wird die Aufgabe zu lösen sein, wie die einzelnen Sachkommissionen, die thematisch miteinander zu tun haben z.B. „Katechese“ und „Missionarisch sein“ oder „Die Vielfalt der Charismen“ und „Die Entwicklung der Rätestruktur“ sich besser untereinander vernetzen. Das Synodensekretariat muss sich zudem überlegen, wie der Stand der einzelnen Sachkommissionen so aufbereitet werden kann, dass die eine oder andere These auch im Bistum, unten an der Basis, mit diskutiert werden kann. Denn so ist es doch gewollt: Eine Synode nicht einiger weniger, sondern des ganzen Bistums. Alles in allem erlebte ich ein harmonisches Miteinander, mit anregenden Ideen, kurzweiligen Sitzungsperioden. Die Lust weiterzumachen war am Ende - trotz Erschöpfung – deutlich zu spüren. Das sonnige Spätsommerwetter tat natürlich seins hinzu.

Eine saarländische „Roschdworscht“ gab es für jeden zum Mittagsimbiss, oder besser gesagt als „Rausschmeißer“. Saarbrücken war ein guter Gastgeber!

Den Beratungsstand der einzelnen Sachkommissionen allen Synodalen vorstellen, das braucht Zeit.

Immer wieder gibt es Pausen im Plenum, damit Sachkommissionen sich untereinander verständigen können.

Viel Technik im Hintergrund - Synode, eine Herausforderung für alle Beteiligte!

 

Synode ganz modern - Anstelle von Stimmkarten sind "Votinggeräte" im Einsatz. Blitzschnell sind Abstimmungsergebnisse damit ausgezählt.

Ein "Rückszugszelt" - In der Ruhe liegt die Kraft.

Abschlussfeier mit Bischof Stephan unter freiem Himmel.

03.10.2014 - 3. Vollversammlung - 2. Tag

Zuerst jeder für sich

Am Vormittag blieb jede Sachkommission zur Beratung für sich. Im internen Kreis hatte auch die Sachkommission, der ich angehöre, „Familie in all ihrer Vielfalt in Kirche und Gesellschaft und Geschlechtergerechtigkeit“ genügend Zeit ihre bisherigen Überlegungen zu bündeln und Erkenntnisse vom Vorabend aus den anderen Sachkommissionen mit aufzunehmen. Es entwickelte sich unter uns eine lebhafte Debatte. Die Kluft zwischen der Lehre und der Lebenswirklichkeit vieler Gläubiger ist unverkennbar. Gerade im Bezug auf die Lebensformen, die nach offizieller Lesart „nicht in Ordnung sind“ wie z.B. geschieden Wiederverheiratete oder gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften wurde uns klar, dass eine Änderung unserer Haltung dringend angezeigt ist. Wir stellen uns eine Kirche vor, die nicht marginalisiert, d.h. Menschen nicht an den Rand drängt, sondern ihnen eine Heimat gibt. Wie sagte es Papst Franziskus im Zugehen auf die Bischofssynode zum Thema „Familie“ in Rom: „Eure Berufung ist es nicht, Wächter über eine gescheiterte Masse zu sein, sondern Beschützer der Freude am Evangelium. Deshalb dürft ihr euch nicht den einzigartigen Reichtum rauben lassen, den wir schenken können, den sich die Welt nicht selbst geben kann: die Freude über Gottes Liebe!“ In der Haltung der Kirche gegenüber den Menschen von heute muss man die Haltung Jesu gegenüber den Menschen von damals wieder erkennen können, sonst ist sie nicht glaubwürdig! 

Dann Beratung im Plenum

Nachmittags begannen dann die ersten vier Sachkommissionen den Stand ihrer Beratungen im Plenum vorzustellen. Jede und jeder Vorsitzende hatte zehn Minuten Zeit ein Statement abzugeben, eventuellen Beratungsbedarf zu formulieren und Hinweise aus der Vollversammlung entgegenzunehmen. Dadurch sollte jede Sachkommission Anregungen für ihre weitere Arbeit mitbekommen. Der Hinweis, dass sich ein Vogel in die Synodenaula verirrt habe, sorgte kurzfristig für Heiterkeit. Der Hl. Geist ist also wirklich mit dabei! Zumindest lag diese Deutung nahe. Und sie tat gut. 

Besondere Aufmerksamkeit bekam die Sachkommission III, „Zukunft der Pfarrei“ geschenkt. Ihre Richtungsideen werden Auswirkungen auf die anderen Themenfelder haben. Die Feststellung der Gruppe klingt hart: Die alte Pfarrei ist am Ende. Wie aber wird die Neue aussehen? Ein Spannungsbogen tut sich auf, von „Kirche ganz weit“ und „Kirche in der Nähe“. Die große Pfarrei nicht mehr als „Versorgungsraum“, in der es flächendeckend alles überall gibt, sondern Pfarrei als „Ermöglichungsraum“ mit Kristallisationspunkten, mit pastoralen Zentren. Pfarrei nicht mehr als ein Ort der Rekrutierung, der hundertprozentigen Erfassung, sondern der Akzeptanz, dass jeder seinen Weg geht. Pfarrei, ein pastoraler Raum, in dem nicht nur der Pfarrer leitet (Einzelleitung), sondern eine Vielfalt der Leitung existiert (Verantwortlichenteams). Solche Überlegungen stecken noch in den Kinderschuhen, sind längst noch nicht ausgereift, lassen aber jetzt schon große Umbrüche erkennen.

Die Sachkommission II „Missionarisch sein“ hat mich mit ihren Thesen sehr angesprochen. Missionarisch sein ist eine Grundhaltung. „Jeder Mensch hat nicht eine Mission, sondern ist Mission“ wird Papst Franziskus zitiert. Jeder ist in der Lage mit seinen Gaben den Sehnsüchten seiner Mitmenschen zu begegnen, Auskunft zu geben von der Hoffnung, die uns trägt. Mission geht nicht durch Belehrung, sondern nur in Begegnung. Nicht sagen, wo es lang geht, sondern lange mitgehen! Mission verändert beide Seiten. Am anderen lernen, wie ich ihm die Botschaft überliefern kann. Eine spannende Perspektive.

Gäste aus Bolivien machen Mut

Ganz still war es in der Halle, als Gäste aus unserem Partnerbistum in Bolivien ans Mikrofon traten: ein Bischof, eine Frau und ein Jugendlicher. „Wir sind vielleicht wie die Emmaus-Jünger“, sagte die Bolivianerin. „Wir haben Angst vor der Zukunft, aber der Herr ist längst dabei.“ Und der Appell des Jugendlichen erntete großen Applaus: „Hört den jungen Menschen aus eurer Diözese zu! Jugendliche sind kreativ!“

Nach dem Abendessen kam dann doch noch der Feiertag zu seinem Recht. Das Dekanat Saarbrücken hatte für die Synodalen ein abwechslungsreiches und kurzweiliges Kulturprogramm zusammengestellt, mit dem man die saarländische Landeshauptstadt erkunden konnte. 

Die Sachkommissionen treffen sich zu internen Arbeitsrunden.

Die Synode in Bewegung! Ergebnisse aus den Arbeitsrunden werden auf Plakatwänden in den großen Versammlungsraum zurückgeschleppt.

Hier Mitglieder der Sachkommission "Familie in all ihrer Vielfalt und Geschlechtergerechtigkeit"

Christen aus unserem Partnerbistum in Bolivien zählen zu den Gästen der Synode. Ihre Lebensfreude steckt an.

02.10.2014 - 3. Vollversammlung - 1. Tag

So ändern sich die Zeiten –  3. Vollversammlung im ehemaligen Industriewerk

Heute sagt man Eventhalle dazu, zum sog. E-Werk in Saarbrücken. Ehemals war diese Location die Elektromotorenzentrale eines Eisen- und Stahlwerks im Saarbrücker Stadtteil Burbach. Ein Monument aus vergangenen Zeiten, eine stilvoll renovierte Industriehalle, die ihre Tore öffnet für Konzerte, Theateraufführungen und Ausstellungen, und Anfang Oktober eben auch für die Trierer Bistumsynode. Wo vor Jahrzehnten die Motoren dröhnten wurde jetzt gebetet und gesungen. So ändern sich die Zeiten!

Bischof Stephan eröffnete die 3. Vollversammlung. Noch einmal beschrieb er die Aufgabe der Synode: Sich auf veränderte Zeiten einzustellen, eine Richtungsanzeige für die Kirche von Trier zu machen und einer erneuerten Praxis den Weg zu bereiten. Die Mitglieder aller 10 Sachkommissionen und auch Gäste waren anwesend. Ausgehend vom Tagesevangelium und dem Jesus-Wort „Wenn ihr nicht werdet wie die Kinder“ nannte er drei kindliche Haltungen, mit denen wir in die 3. Vollversammlung hineingehen sollten: Vertrauen, Selbstbewusstsein und Neugierde.

Viel Beachtung und auch Beifall fand die Begrüßungsrede der saarländischen Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer, die die Notwendigkeit unterstrich sich als Kirche den drängenden Themen der Zeit anzunehmen. Bzgl. ihrer Erwartungen an die Synode sagte sie: „Wir brauchen nicht ein Ergebnis, das sich sehen lassen kann (eine Hochglanzbroschüre), sondern das sich leben lassen kann.“

Marktplatz der Sachkommissionen 

Dann wurde präsentiert. Jede Sachkommission hatte ihren „Info-Stand“ in der Halle aufgebaut. Schaubilder waren zu sehen, beschriftete Plakate. Wie auf dem Marktplatz ging es zu. Synodale gingen hin und her. Man konnte sich informieren. Nachfragen. Diskutieren. Notizen machen. Seit der letzten Vollversammlung im Mai hatten sich die Synodalen in ihren Sachkommissionen Gedanken zu ihren Themen gemacht. Die galt es jetzt wahrzunehmen und Anregungen für die eigene Sachkommission aufzuschnappen. Bunt und vielfältig waren die Eindrücke. Schnittstellen wurden erkennbar. Ich ertappte mich bei einer Befürchtung mit der ich vielleicht nicht alleine war: Auweia, was haben wir da angefangen? Übernehmen wir uns nicht? Wie soll man das alles unter einen Hut bringen? Aber Halt! Wie lautete noch mal die Empfehlung von Bischof Stephan: Vertrauen, Selbstbewusstsein und Neugierde! Nichts sonst. Wie konnte ich nur so vergesslich sein!?

Bischof Stephan eröffnet die 3. Vollversammlung der Synode im E-Werk in Saarbrücken  Auf diesem "Marktplatz" werden nicht Obst und Gemüse gehandelt, sondern Themen ausgetauscht. Es entwickeln sich lebhafte Gespräche.
 
Jede Sachkommission hat einen Stand, an dem sie ihre Arbeit präsentiert.  Wie heißt im Saarland das Motto nach getaner Arbeit? Richtig:
"Hauptsach gudd gess!"