20 | 11 | 2017

Weihnachtsgruß

Liebe Besucherinnen und Besucher unserer Homepage

In jedem Jahr findet samstags vor dem 3. Advent im Trierer Dom die Diakonenweihe statt. Diesmal war unter den Weihekandidaten unserer ehemaliger Praktikant Florian Dienhart, der während seines Theologiestudiums für ein paar Wochen „Praxisluft“ in unserer Pfarreiengemeinschaft schnuppern durfte, so wie es die Ausbildungsordnung vorsieht. Ganz klar, es war mir ein Herzensanliegen auch bei seiner Weihe mit dabei zu sein. Im Querschiff des Domes, in den Bänken, die bei solch festlichen Gottesdiensten für die mitfeiernden Priester und Diakone vorgesehen sind, nahm ich Platz, ziemlich weit hinten, weil ich zeitlich knapp dran war.

Eines viel mir sofort auf: Mitten in diesem „Klerikerblock“ saß eine junge Mutter, mit einem kleinen Kind auf dem Arm, etwa zwei Jahre alt. Wahrscheinlich hat sie sich „versehentlich“ dort hingesetzt. Der aufgeweckte Junge jedenfalls reckte sein Köpfchen hin und her, vor und zurück, ohne einen Laut von sich zu geben, und schaute mit großen hellen Augen in die Gesichter der „geistlichen Gefäße“ um sich herum. Seinem gewinnenden Lächeln konnte sich kaum einer entziehen. Es wurde überhaupt nicht langweilig. Es war schön diesem Kind zuzuschauen. Und die Worte des Weihbischofs bei seiner Predigt, die u. a. vom Dienst der Diakone an den Kleinen und Schwachen sprachen, erhielten in diesem Jungen regelrecht Anschauungsunterricht.

Kinder können die Welt um sich herum „verzaubern“! Um wie viel mehr jenes Kind, in dem Gott selbst zur Welt kommen wollte, das göttliche Kind in der Krippe von Betlehem. Wenn wir die Weihnachtsgottesdienste feiern, zu denen ich Sie herzlich einlade, dann nicht nur im Sinne der Erinnerung an damals, sondern auch in der Gewissheit, dass der Mensch gewordene Sohn Gottes ebenso heute unter uns wirkt, sich herablässt in so manche Not. Jesus lehrt uns durch seinen Geist. Er lehrt uns durch sein Wort, das uns die Bibel überliefert. Durch Jesu Kommen ist unsere Geschichte keine Unheilsgeschichte mehr, sondern Heilsgeschichte geworden, trotz all dem, was in ihr noch unheilig ist.

Dieser kleine Junge im großen hohen Dom zu Trier weiß von solchen Glaubenswahrheiten noch nichts. Mit seinem noch ungebildeten Verstand kann er diese Wahrheit noch nicht erfassen. Doch unbewusst hat er sie verkündigt, gerade auch unter denen, die sich dem Dienst am Höchsten verschrieben haben.

Ihnen allen frohe und gesegnete Weihnachten!

Ihr Pastor Matthias Veit


Eine Aufstellung aller Weihnachtsgottesdienste finden Sie hier.