25 | 11 | 2017

Ich war fremd und obdachlos …. und ihr habt mich aufgenommen!“ (Mt 25, 35)

Wie aktuell und fordernd dieses Wort sein kann, das Jesus in seiner Rede über das Weltgericht gebraucht, erleben wir in diesen Wochen und Monaten ganz unmittelbar. Auch in unserer Pfarreiengemeinschaft, vor allem in Mayen selbst, kommen Flüchtlinge an, in erster Linie aus Syrien. Es sind viel mehr als Anfang des Jahres gedacht. Menschen, die nichts anderes suchen als ein friedvolles Zuhause, und die Chance ihr Leben frei von Angst und Gewalt selbst in die Hand nehmen zu können.

Ich bin beeindruckt wie viele Mayener neben der „offiziellen“ Unterstützung durch Kommune und Caritas ehrenamtlich mit anpacken und sich in unterschiedlicher Weise einbringen, um den vielfach verunsicherten, manchmal gar traumatisierten Flüchtlingen einen Neustart zu ermöglichen. Das landauf landab gebrauchte Wort von der notwendigen „Willkommenskultur“ ist bei uns bislang keine modische Worthülse geblieben, sondern wird durch Taten eingelöst. Ich danke allen sehr herzlich, die sich teilweise bis an die Grenzen der eigenen Belastbarkeit, in dieser Sache einbringen. Ich hoffe sehr, dass wir bezgl. der Flüchtlingsfrage einen langen Atem behalten, und dass dann, wenn Konflikte sich einstellen sollten, die Stimmung nicht kippt. Flüchtlinge sind eine Herausforderung, stellen einen Kraftakt dar, ja, aber sie sind für uns kein Unglück, sondern Geschenk, eine Bereicherung, die verpflichtet. Im anderen die Schwester und den Bruder zu sehen, diese Aufforderung Jesu können wir im wahrsten Sinne des Wortes „An-gesichts“ der Asylbewerber neu lernen.

Wer noch freien Wohnraum anbieten kann, und bisher vielleicht zögerlich gewesen ist, möge seinem Herzen einen Ruck geben, und die Möglichkeit der Vermietung  der Stadtverwaltung anzeigen. Die Verantwortlichen werden es Ihnen danken.                                                    Pastor Matthias Veit