23 | 09 | 2017

Auf den Spuren Jesu

Reisenotizen zur Wallfahrt unserer Pfarreiengemeinschaft ins Heilige Land 

„Fasten Your Seatbelts“ das haben wir wörtlich genommen und uns unter der geistlichen Leitung von Dechant Matthias Veit auf den Weg gemacht nach Israel ins Heilige Land. Im Gästehaus der Schwestern des Rosenkranzordens in Jerusalem wurden wir herzlich aufgenommen.
Für uns Pilger war das diesjährige Osterfest ein ganz besonderes, hatten wir den Ort um die Kreuzigung und Auferstehung Jesu Christi doch gerade erst besucht.
Vom Ölberg und der Vater Unser Kirche liefen wir den Palmsonntagweg hinab zur Kapelle Dominus Flevit (Jesus weint über Jerusalem). Nach der Feier der hl. Messe ging es weiter zum Garten Getsemani. Wir besuchten den Berg Zion mit dem Abendmahlsaal und der Kirche St. Peter zum Hahnenschrei. In der Dormitio Abtei (Ort der Entschlafung Mariens) trafen wir uns mit Bruder Simeon, dem jungen Mayener Mönch, zur gemeinsamen Vesper in der Klosterkirche.
Ein Höhepunkt der Reise war sicherlich der Gang über die Via Dolorosa hinauf nach Golgotha zur Kreuzigungsstelle und dem Heiligen Grab innerhalb der Grabeskirche. Die hl. Messe dort war für alle ein ganz besonderes Erlebnis. Den Weg nach Emmaus haben wir nicht wie die Jünger damals zu Fuß, sondern per Bus zurückgelegt.
Beeindruckend in der Stadt ist sicherlich das Aufeinandertreffen und der Umgang unter den verschiedenen Religionen. Das wurde sehr deutlich beim Besuch des Tempelberges mit Felsendom und Al Aksa-Moschee sowie der Besichtigung der Klagemauer dem heiligsten Ort der Juden. An die jüngere jüdische Geschichte erinnert die Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem.
Auch die Umgebung von Jerusalem hat viel zu bieten. Das Naturschutzgebiet En Gedi in der Negev-Wüste, Qumran, den Fundort der berühmten Schriftrollen oder das kleine Dorf En Karem, dem Geburtsort Johannes des Täufers. Erfrischend bei über 30° Außentemperatur war das Bad im Toten Meer mit seinem hohen Salzgehalt.
Den Abschluss des ersten Teils der Reise bildeten der Besuch von Jericho, der ältesten Stadt der Welt und Bethlehem, dem Geburtsort Jesu, mit Besuch der Geburtskirche und der Geburtsgrotte. Die hl. Messe auf dem Hirtenfeld war wiederum etwas Besonderes und man soll es kaum glauben, aber man kann auch zur Fastenzeit Weihnachtslieder singen!
Mit einem Zwischenstopp am Jordan, an der Taufstelle Jesu, Qasr El Yehud, und einem schönen Gottesdienst auf dem Berg der Seligpreisungen, fuhren wir weiter zur nächsten Station unserer Reise: Galiläa, die Gegend um den See Genezareth. Untergebracht waren wir im Pilgerhotel des Kibbuz Nof Ginosar direkt am See. So begann der Tag auch mit einer Bootsfahrt, bevor es dann zu den weiteren Wirkungsstätten Jesu ging.
Wir besuchten in Kafernaum u.a. die Ruinen des Hauses des Petrus und der Synagoge, in  der Jesus gelehrt hatte. In Thabga besichtigten wir die Brotvermehrungskirche und die sog. Mensa Domini (Tisch des Herrn), ein Ort, an dem Jesus nach seiner Auferstehung Peturs den Auftrag gab, seine Kirche zu leiten. „Weide meine Lämmer!“. Weiter fuhren wir nach Nazareth, dem Ort der Verkündigung der Menschwerdung Jesu und auf den Berg Tabor, um dort der Verklärung Christi zu gedenken.
Leider ging auch diese Reise zu Ende. Die Gottesdienste an den historischen Orten und das gemeinsame Gebet sind Erfahrungen, die man nur schwer beschreiben kann. Auch Dank der Harmonie in der Pilgergruppe und der guten Organisation durch Herrn Dechant Veit wird uns diese jedoch noch lange in Erinnerung bleiben.                              

Wolfgang Schmitz

Einen weiteren Bericht zur Pilgerfahrt finden Sie im Pfarrbrief Ausgabe Mai 2015