21 | 09 | 2017

Ordensschwester kehrte nach Indien zurück

Schwester Flowery im Interview mit Pastor Veit

Sie ist noch einmal hergekommen, Sr. Flowery, von Oktober 2013 bis heute. Und sie konnte damit an die Zeit anknüpfen, die sie von 1995 bis 2004 hier bei uns in Mayen verbracht hatte. War sie damals als gelernte Krankenpflegerin im Pflegedienst eingesetzt, so versah sie in den zurückliegenden Monaten nicht weniger wichtige Seelsorgedienste am Krankenbett. Einfach da sein, zuhören, ein paar Worte wechseln, trösten, Anliegen der Patienten ins Gebet bringen. Überhaupt das Gebet! Das ist ihre große Leidenschaft, ihre Kraftquelle. Jeden Morgen freut sie sich von 5.00 – 7.30 Uhr auf die stille Zeit in der kleinen Schwesternkapelle. „Es fehlt mir sehr, wenn das nicht möglich ist“ sagt sie lächelnd. „Die Zeit vergeht schnell. Sie ist nie genug! Dann bringe ich all meine Geschwister aus der ganzen Welt vor Jesus. Dasist nicht langweilig. Das ist immer frisch!“  Sr. Flowery sagt dies so bestimmt! Man muss es ihr glauben. All ihre Geschwister? Sie meint damit nicht nur leibliche Angehörige, sondern all jene, denen sie je begegnet ist. Alle Menschen begreift sie als ihre Geschwister. Und es werden logischerweise von Tag zu Tag mehr. Wir zählen dazu! Kein Wunder, dass sie auf die Frage, ob sie denn etwas nicht mag, ohne zu Zögern bekennt: „Was mich vom Gebetunnötig ablenkt, das ist mir zuwider, das macht mir absolut keine Freude“.

Sr. Flowery will uns mitnehmen, innerlich, wenn sie Anfang April auf eigenen Wunsch hin nach Indien zurückehrt. Ihr Gepäckstück wird wohl klein ausfallen, doch in ihrem Herzen wird viel Platz sein. Sie ist sehr glücklich darüber, dass die Ordensleitung ihrem inneren Streben entsprochen hat. Das Leben in der Zurückgezogenheit an einem noch nicht genau festgelegten Ort in ihrer indischen Heimat, hat sie als ihren Ruf von Gott her erkannt. Dem möchte sie sich für den Rest ihres Lebens stellen.

Was hat sie als Ordensschwester, als Franziskanische Klarissin, in der Zeit hier in Deutschland am meisten beeindruckt? „Es waren  vor allem die älteren Leute, die den Schmerz der Kriegszeiten noch selbst erlitten haben. Wie sparsam sie mitunter sind und dennoch so hilfsbereit gegenüber anderen!“ Und einen Tipp, Schwester, eine Empfehlung? Gibt es etwas, was sie uns mit auf den Weg geben möchten? „Investiert alle Mühe darin, den Glauben weiterzugeben. Vielleicht sollte dies wieder stärker in Form von Einkehr- und Gebetstagen für verschiedene Gruppen geschehen. Es wird sich auszahlen.“ Ihre Augen blitzen. Sie entschuldigt sich dafür, weil sie so viel geredet habe. Und lächelt wieder, um dann aber nicht zu verschweigen, dass „Segne du Maria“ ihr Lieblingslied im Gebetbuch ist.

„Auf Wiedersehen und von Herzen Danke! Gott befohlen, Schwester Flowery“, sagen alle Deine Mayener „Geschwister“!

Bilder vom Verabschiedungsgottesdienst im Krankenhaus