21 | 09 | 2017

Neues Gotteslob offiziell eingeführt

 

Liebe Schwestern und Brüder! Heute keine Predigt wie gewohnt zu den Bibelstellen des Sonntages, stattdessen ein paar – so denke ich doch – informative und nützliche Hinweise zum neuen Gotteslob, dessen „Karriere“ heute beginnt. Es wird in Zukunft ein wichtiges „Werkzeug“ sein, wenn es darum geht im Gebet vor Gott hinzutreten, ihn zu loben. Gotteslob!  – Der Titel ist Programm.

Dechant Matthias Veit gibt Orientierungshilfen

Am 27. September 2014 wurde bistumsweit das neue Gotteslob eingeführt. Dechant Matthias Veit stellte in der Vorabendmesse in Herz Jesu das neue Gotteslob vor. 

Liebe Schwestern und Brüder! Heute keine Predigt wie gewohnt zu den Bibelstellen des Sonntages, stattdessen ein paar – so denke ich doch – informative und nützliche Hinweise zum neuen Gotteslob, dessen „Karriere“ heute beginnt. Es wird in Zukunft ein wichtiges „Werkzeug“ sein, wenn es darum geht im Gebet vor Gott hinzutreten, ihn zu loben. Gotteslob!  – Der Titel ist Programm.

40 Jahre "altes" Gotteslob

Es sind nun fast 40 Jahre her, da das Vorgängermodell eingeführt worden ist. Ich selber war damals gerade mal 13 Jahre alt. Ich war mächtig stolz, als mein Pastor mir als Obermessdiener an Weihnachten 1973 ein Exemplar schenkte. Ich habe es mitgebracht. Man sieht es selbst aus einiger Entfernung: Es ist in die Jahre gekommen, weist Gebrauchsspuren auf, hat seinen Dienst getan, ….. und mit ihm viele andere Exemplare auch.

Es war höchste Zeit ein neues Gotteslob zu kreieren, das den heutigen Erwartungen und Bedürfnissen, den Sprach- und Musikempfindungen der Menschen Rechnung trägt. Eine lange Vorbereitungszeit liegt hinter denen, die dieses Werk in Angriff genommen haben. Von den ersten Überlegungen bis heute sind mehr als ein Jahrzehnt vergangen. Nicht alles verlief reibungslos. Zuletzt gab es Probleme mit der Papierauswahl. Eigentlich sollte ja am 1. Advent letzten Jahres bereits der Start mit dem neuen Buch erfolgen. Mittlerweile liegen fast ein Jahr Verzögerung hinter uns.

Aber all das ist jetzt Schnee von gestern. Mit einer Startauflage von 4 Millionen Exemplaren wurde das Gotteslob nun in den Diözesen Deutschlands, Österreichs und Südtirols ausgeliefert. Von vielen freudig erwartet. An diesem Samstag/Sonntag nun nehmen wir es auch im Bistum Trier durch die Erstbenutzung der Kirchenausgaben ganz offiziell in Gebrauch.

Was zeichnet das neue Gotteslob aus?

Nun rein äußerlich kann man sagen:  Es besticht durch eine ansprechende Gestaltung:  Das Format und die Schrift sind etwas größer als beim Vorgängerbuch, darum ist es lesefreundlicher. Einige Seiten sind zweifarbig gedruckt und zeigen so die Gliederung des Buches auch optisch deutlich an. Lateinische Messgesänge sind mit einer deutschen Übersetzung unterlegt. Zwischen den Gebetstexten und Liedern sind immer wieder kursiv gedruckte Zitate christlicher Autoren aus Tradition und Gegenwart eingestreut, die zum Nachdenken anregen. Wie das alte enthält auch das neue Gotteslob einen umfangreichen Stammteil und für jede Diözese extra einen etwas kleineren Eigenteil.

Stammteil

Der Stammteil, der schon wie bisher, von der Nordsee bis zu den Alpen gleich ist, gliedert sich in drei große Abschnitte:

Das erste größere Kapitel gibt geistliche Impulse für das alltägliche Leben. Es finden sich darin viele Gebete für das persönliche Bitten und Danken oder auch für das Gebet in kleiner Gemeinschaft. Daran zeigt sich: Das Gotteslob will nicht nur ein Gebet- und Gesangbuch für die öffentlichen Gottesdienste in den Kirchen sein, sondern genauso auch ein privates Hausbuch, ein Gebetbuch für und in der Familie, das uns durch die verschiedenen Situationen des Alltags begleiten kann. So enthält das Gotteslob z.B. bei der Nr. 26 einen Vorschlag für eine einfache häusliche Feier am Heiligen Abend. Oder bei der Nr. 28 lässt sich ein Vorschlag für ein Hausgebet für Verstorbene nachlesen, wenn sich Angehörige am Totenbett eines Angehörigen versammeln. Darum wäre es wünschenswert, wenn viele sich das neue Gotteslob auch privat anschaffen würden.

Der zweite Abschnitt des Stammteiles umfasst Psalmen, Gesänge und Litaneien. Gesänge sind in der Liturgie der Kirche einfach unverzichtbar! 280 Lieder gehören jetzt zum Stammteil. Sie stammen aus allen Epochen der Kirchenmusik, von der Gregorianik bis zum neuen geistlichen Liedgut. Man hat fifty fifty gemacht. 144 der 280 Lieder sind aus dem alten Gotteslob übernommen, 136 sind neu ins Buch aufgenommen, wobei uns unter diesen neuen Liedern bereits etliche bekannt sein werden.

Ich finde, die Liedauswahl sehr gelungen: Da entdeckt man zahlreiche moderne Lieder mit reizvollen Rhythmen und treffenden Texten, …  Taize-Gesänge, ….  ökumenisches Liedgut, …, auch populäre Lieder, die man bislang vermisste (z. B. „Tochter Zion“, „Heilig“ von Schubert). Selbst traditionelle Lieder wie „Segne du Maria“, das noch nicht einmal im Vorvorgängerbuch zu finden war, sehen sich nun endlich anerkannt und im Reigen der Kirchenlieder akzeptiert.

Der Stammteil, der für alle Diözesen gilt, bietet schließlich in einem dritten Kapitel gut verständliche Erläuterungen zu den Sakramenten. Man findet Vorlagen zur sog. Tagzeitenliturgie (Laudes, Vesper und Komplet) und man findet Andachten zu den verschiedenen Zeiten des Kirchenjahres, sowie zu den Anliegen von Kirche und Welt.

Trierer Anhang

Noch ein Wort zum Bistumsanhang. Der Trierer Anhang beginnt – wie alle anderen Diözesananhänge - mit der Nummer 700. Zu den 280 Liedern des Stammteiles kommen darin noch 181 Trierer Lieder hinzu. Das Gotteslob hält also für uns „Trierer“ insgesamt 461 Lieder bereit. Und der Trierer Anhang ist wichtig. Was wäre Weihnachten ohne „Nun seid fröhlich überselig“ ohne „Auf Christen singt festliche Lieder“ oder Ostern ohne „Preis dem Todesüberwinder“! Diese beliebten Lieder haben alle wieder ihren Platz im Anhang gefunden, der übrigens auf den ersten Seiten kurze Lebensbeschreibungen zu den Heiligen unseres Bistums auflistet, und am Schluss auch die Tradition der Heilig Rock Verehrung gebührend berücksichtigt.

Was übrigens beim Singen der Lieder insgesamt zu beachten ist: Manchmal wird uns ein Lied sofort bekannt vorkommen, vielleicht werden wir es sogar auswendig mitsingen können, dann aber bald merken, dass der Text sich geändert hat. Ein Beispiel dafür ist das Lied „Fest soll mein Taufbund“ (845). Es hat statt bisher einer nun zwei Strophen! Also: Das Gebetbuch immer schön aufschlagen, auch wenn man beim Anspielen der Melodie denkt, es wäre nicht nötig.

Dank an die Sponsoren

Danken möchte ich den zahlreichen Sponsoren, die mit ihrer finanziellen Gabe die Anschaffung der Kirchenausgaben und einzelner Orgelbücher bezahlbar gemacht haben. Es sind dies viele Einzelpersonen, aber auch pfarrliche Gruppen wie Frauengemeinschaften und Matthiasbruderschaft.

Die einen haben also das neue Gotteslob bezahlt, und die anderen dürfen es nun gesanglich unter die Leute bringen. Ich möchte unsere Organisten und Chorleiter ermutigen uns dieses neue Buch zu erschließen, uns zu Gehör zu bringen, wie abwechslungsreich und vielfältig es klingen kann. Und die Sängerinnen und Sänger unserer Chöre und Kantoreien? Ihre Aufgabe ist groß. Sie können das berühmte „Salz in der Suppe“ sein. Sie können neue Lieder einstudieren und so der Gemeinde Rückhalt beim Singen geben. Wie schön das sein kann, beweist ja schon dieser Gottesdienst.

Liebe Schwestern und Brüder

Wir dürfen uns auf das neue Gebet- und Gesangbuch wirklich freuen. „Es möge uns ein zuverlässiger Begleiter auf dem Glaubensweg sein, der hilft, dass unser Lob des dreifaltigen Gottes – sei es Preis oder Dank, Klage oder Bitte – lebendig bleibt.“ so hat es Bischof Stephan in einem kurzen Hirtenwort formuliert.

Es gibt nur einen einzigen Nachteil. Jetzt müssen wir alle Liednummern neu lernen! Zahlen, die wir vielfach im Schlaf kannten und sogar in Autokennzeichen verwendeten. 258 ist jetzt nicht mehr die Zahl für „Lobe den Herrn“ und „Großer Gott“ steht nicht mehr bei der Nummer 257 sondern erst bei der Nummer 380. Allerdings, für mindestens ein Lied kann ich sagen, dass es bzgl. seiner Ziffer gleich geblieben ist: „Wunderschön prächtige“. Dieses Marienlied wird auch im neuen Gebetbuch wieder bei der Nummer 866 zu finden sein.

Sehen wir das Lernen der neuen Liednummern sportlich! Sehen wir es als ein willkommenes Gedächtnistraining religiöser Art. Und wenn wir die neuen Zahlen nach Jahren endlich intus haben, …. warten wir vielleicht schon auf das nächste Gebetbuch …. oder singen bereits in der Ewigkeit! Amen.



Zusatz der Redaktion:

Das Bistum Essen hat einen Werbespot zum neuen Gotteslob auf youtube veröffentlicht. Wieso brauchen wir ein tablet, wir haben doch unser Gotteslob!