21 | 09 | 2017

Caritas Haussammlung

 

„Was geschieht eigentlich mit dem Geld der Caritas-Sammlungen?“

 Ein PB: Hallo, Herr Diakon! - Mit Riesenschritten geht es auf Weihnachten zu, dem Fest der Familie und der Liebe. Die Menschen in Deutschland sind in dieser Zeit angeblich besonders großzügig?

Diakon: Ja, das stimmt. Viele von uns zeigen in der Adventzeit Mitgefühl mit denen, die weltweit in Not leben. Wir Christen machen durch unser barmherziges Tun vor allem den erfahrbar, der sich besonders den Armen zugewandt hat: Jesus Christus. Wer also für Menschen in Not einen Geldbetrag spendet, der tut genau das auf diese Weise auch.

PB: Gibt es denn die Möglichkeit, mit einer Geldspende an die Katholische Kirche Menschen vor Ort, also hier in unserer Pfarreiengemeinschaft, zu erreichen?

Diakon: Die gibt es immer, zum Beispiel über die Pfarrbüros. Sie geben bei ihrer Spende einfach den Verwendungszweck an: Caritas der Gemeinde. Eine jährlich wiederkehrende gute Form und Möglichkeit ist aber auch die Caritas-Haussammlung im Frühjahr und im Herbst.

PB: Was geschieht eigentlich mit dem Geld der Caritas-Haussammlungen?

Diakon: Von der Summe einer Caritas-Haussammlung – wir nennen die Gelder auch Kollekte – bleiben immer 50% bei uns. Im Klartext heißt das: mit dem Geld, das freiwillige Kollektensammler in einer Pfarrei zusammengetragen haben, können die jeweiligen Pfarreien selbst unmittelbar vor Ort diakonisch handeln. 

PB: Es stimmt also, genau die Hälfte bleibt hier?

Diakon: Genau die Hälfte – und das ist nicht wenig!

PB: Es heißt, dass manchmal Kollekten „ausfallen müssen“. Woran liegt das?

Diakon: Nicht selten lässt sich niemand mehr finden, der von Haus zu Haus gehen will, um für Bedürftige zu bitten. Deshalb habe ich großen Respekt vor denen, die diesen Dienst tun. Vielleicht aber gibt es noch ergänzende Möglichkeiten.

PB: Und, gibt es die?

Diakon: In der Pfarrei St. Silvester, in Hausen, laden Frauen und Männer zur Spende nach den Gottesdiensten ein.  So fällt immerhin schon einmal die Sammlung nicht aus. Es kommt dort übrigens auch ein guter Betrag zusammen, mit dem der Pfarrgemeinderat dann ganz gezielt und wirksam bereits Menschen in Not unterstützen konnte. Übrigens: die normale Sonntagskollekte wurde dadurch nicht weniger. Unsere Gemeindemitglieder wissen schon, worauf es ankommt. Ich freue mich über diese Initiative sehr!

PB: Und die Menschen in Not vor Ort sicher auch!

Diakon: Ganz bestimmt! Vielleicht aber an dieser Stelle noch folgende Beobachtung: ein kleiner Caritasgelder-Vergabeausschuss kann sehr zeitnah und unabhängig von Sitzungsterminen des Pfarrgemeinderates auf Hilfeanfragen reagieren. Ich bin gerne dazu bereit, bei einem Aufbau eines solchen Ausschusses Pfarreien zu unterstützen und diese auch zu begleiten. Die Entscheidung über die Besetzung eines solchen Ausschusses und über die aktuelle Verwendung der Gelder bleibt aber natürlich vor Ort in den Pfarreien selbst.

PB: Das klingt gut! Aber, eine Frage habe ich noch: Die anderen 50% Prozent – was ist damit? Sind diese Gelder dann, sagen wir einmal, „weg“!?

Diakon: Die andere Hälfte der Caritas-Haussammlungen investiert der Caritasverband in sein diakonisches Handeln. Man könnte es auch so sagen: dort, wo wir in schwierigsten Situationen selbst nicht an unseren Mitmenschen barmherzig handeln können, dort handeln die Männer und Frauen des Caritasverbandes für uns mit. Und das wiederum geschieht direkt bei uns vor Ort, vielleicht sogar jetzt gerade in ihrer unmittelbaren Nachbarschaft. Deshalb bin ich fest davon überzeugt: auch diese Hälfte der Caritas-Kollekten ist gut angelegt.

PB: Vielen Dank für das Gespräch!

Weiter Informationen finden Sie unter: http://www.caritas-trier.de/70722.html